Machtkritische systemische Therapie

Auf dieser Seite findest du Informationen über das machtkritische und diskriminierungssensible Therapieangebot und meine Arbeitsschwerpunkte.
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Warum systemisch?
Der systemische Ansatz ist - wie auch beispielsweise die Verhaltenstherapie - ein Therapie- und Beratungsansatz. Er ist geprägt von großer Wertschätzung und Empathie. Im Mittelpunkt der Therapie steht die Person mit all ihren eigenen Fähigkeiten, Stärken und Besonderheiten - und gleichzeitig auch die vielen verschiedenen Einflüsse des sozialen Umfelds auf die Person. Denn, "systemisch" bedeutet, eine Person immer auch als Teil ihres sozialen Umfelds - also ihres Systems - zu betrachten. Das kann die Familie sein, der Freund*innenkreis, das Arbeitskollegium - aber auch die Gesellschaft als soziale Struktur, in der wir uns bewegen.
Im systemischen Ansatz geht es nicht um eine Veränderung von außen - er geht davon aus, dass jede Person Expert*in für das eigene Leben ist. Für einen machtkritischen Arbeitsansatz bietet er deswegen die beste Grundlage, um gemeinsam und auf Augenhöhe an Herausforderungen zu arbeiten und Möglichkeiten zur Veränderungen der Situation zu finden, die sich stimmig und richtig anfühlen und zur eigenen Lebensrealität passen.
Warum machtkritisch?
Machtstrukturen begegnen uns überall im Alltag – in der Gesellschaft, in der Schule, am Arbeitsplatz und auch in unseren persönlichen Beziehungen. Sie geben die Regeln vor, durch die einige Menschen mehr Zugang zu Ressourcen, Anerkennung oder Sicherheit erhalten als andere. Sie zeigen sich zum Beispiel darin, wer in Gruppen leichter gehört wird, wessen Bedürfnisse eher berücksichtigt werden oder wer bevorzugt wird. Und sie bestimmen, wer Benachteiligung und Diskriminierung erfährt.
Wir verinnerlichen die Machtstrukturen, in denen wir aufwachsen und in denen wir uns alltäglich bewegen, unbewusst. Wir übernehmen ihre Sichtweisen, ihre Denkmuster und ihre Rollenbilder, oft ohne es zu merken oder zu wollen. Sie beeinflussen, wie wir unsere Umwelt und auch uns selbst wahrnehmen und bewerten, was wir als normal empfinden und auch was uns gar nicht mehr auffällt.
Ich bin der Meinung, dass Therapie - um aufrichtig, achtsam und respektvoll mit dem Gegenüber umzugehen - deswegen machtkritisch sein muss. Sie muss es sein, weil gesellschaftliche Machtstrukturen nicht vor der Praxistür Halt machen. Sie begleiten uns in die Therapie und beeinflussen dort, was wir fühlen, was wir denken und was wir wahrnehmen - von uns selbst, voneinander und von der Situation. Für mich als Therapeut bedeutet das,
- gesellschaftliche Machtstrukturen in den Sitzungen jederzeit mitzudenken
- eine diversitätssensible und diskriminierungskritische Sprache zu nutzen
- die Sitzungen transparent zu gestalten und offen über den Ablauf, über meine Gedanken und meine Eindrücke während des Prozesses zu sprechen
- immer wieder auf's Neue zu reflektieren, welche Machtstrukturen mich selbst geprägt haben und wie sie meine Wahrnehmung beeinflussen
- zu Beginn der gemeinsamen Arbeit offen zu teilen, wie ich positioniert bin – also welche Aspekte meine Identität prägen, welche Privilegien ich habe und welche Diskriminierungserfahrungen ich mache
- auch zu berücksichtigen, welche Erfahrungen ich aufgrund meiner Identität nicht mache und welche Leerstellen ich deswegen in meinem Erfahrungshorizont möglicherweise habe
- mir bewusst zu sein, welche Machtstrukturen auch in den Therapiesitzungen selbst zwischen Therapeut*in und Klient*in existieren und achtsam damit umzugehen, um persönliche Grenzen zu wahren und mögliche bereits erlebte Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen nicht zu wiederholen
- auf eine größtmögliche Barrierefreiheit beim Zugang zu den Therapieangeboten zu achten.
Themen und Schwerpunkte
Die Schwerpunkte, zu denen ich Therapie anbiete, sind insbesondere:
- Belastungen im persönlichen und im beruflichen Alltag
- Bewältigung von Diskriminierungserfahrungen (vor allem mit Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit und (antimuslimischem) Rassismus)
- Umgang mit chronischen körperlichen und neurologischen Erkrankungen, besonders: ADHS, Autoimmunerkrankungen, Behinderung/Behindertwerden und Leistungserwartungen bei Krankheit
- Herausforderungen in der schulischen und akademischen Laufbahn, insbesondere: Schwierigkeiten mit der Bewältigung akademischer Erwartungen
- Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit der eigenen Identifikation als LGBTQIA+ -Person (vor allem für trans* Personen) oder der eines Angehörigen (z.B. für Eltern und Partner*innen).
Für viele Themen, zum Beispiel für ADHS und für den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen, kann ich Peer-Therapien anbieten.
Peer bedeutet, dass ich die Therapie für betroffene Personen aus der Sicht als selbst Betroffener heraus gestalten kann. Das ermöglicht uns, auf Augenhöhe und mit Empathie über die Erfahrungen und Herausforderungen zu sprechen. Zwar erlebt jede*r von uns den Alltag anders, trotzdem profitiert eine Peer-Therapie vom tieferen Verständnis für die Lebensrealitäten und die Sorgen der Klient*innen, die in die Therapie kommen.

In allen Schwerpunkten meiner Arbeit habe ich über viele Jahre hinweg in Weiterbildungen und Fortbildungen Fachwissen und Erfahrungen gesammelt und bilde mich regelmäßig weiter.
Einblick in den Praxisraum in Berlin-Schöneberg. Die Sitzungen können sowohl in den Praxisräumen als auch online stattfinden.
Ablauf und Kosten
Eine Therapiesitzung dauert in der Regel 55 Minuten - mit Ankommen und Verabschieden etwa eine Stunde. Es ist auch möglich, 90minütige Sitzungen zu vereinbaren. Das bietet sich insbesondere an, wenn mehr als eine Person die Therapie wahrnimmt - beispielsweise bei Familien, die gemeinsam zur Sitzung kommen.
Gruppensitzungen (die ADHS-Gruppe und die queere Gruppe) finden mit bis zu fünf Personen statt und dauern 90 Minuten.
Die Preise für die Sitzungen sind Soli-Preise. Das bedeutet, dass eine Person, die weniger für die Sitzungen zahlen kann, einen geringeren Betrag zahlt und zum Beispiel eine Person, die aktuell mehr zahlen kann, auf Wunsch einen höheren solidarischen Betrag zahlen kann.
Für Rückfragen zu den Sitzungen, freien Terminen oder den Preisen schreib mir gern eine Nachricht!
Einzeltherapie
Therapiesitzungen können wöchentlich oder in größeren Abständen stattfinden, sowohl in den Praxisräumen in Schöneberg als auch online.
Gib in deiner Nachricht über das Kontaktformular oder auch per E-Mail gern an, wo du die Sitzungen wahrnehmen möchtest.
Kosten: 55min / 90€
Solipreis: 75€ - 105€
Gruppensitzungen
Im Herbst sollen eine neue ADHS-und eine neue queere Gruppe starten.
Wenn Du Interesse daran hast, in die Warteliste einer der beiden Gruppen aufgenommen zu werden, melde dich gern über das Kontaktformular oder
per E-Mail.
Geplanter Beginn ist im November.
Kosten: 90min / 65€
Solipreis: 55€ - 75€
Beratung
Für spezifische Fragen und eher kurzweilige Anliegen (bis zu 5 Sitzungen) kann auch eine systemische Beratung in Frage kommen.
Auch die Beratungssitzungen können
vor Ort in der Praxis oder online statt-finden - gib auch hierfür gern bei der Kontaktaufnahme an, was du bevorzugst.
Kosten: 55min / 60€
Solipreis: 50€ - 70€
Wenn du Interesse an einer Therapie hast, schick mir eine Anfrage über das Kontaktformular - oder buche eine Sitzung über den Button "Online-Buchung".
Ich melde mich so bald wie möglich bei dir zurück.
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Maaßenstr. 10
[Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik Berlin (ZPPB)]
10777 Berlin
E-Mail: hendrik@systemik-berg.de